Wir fragen uns ständig, was uns noch fehlt. Der nächste Schritt, das nächste Ziel, das nächste Mehr. Dabei ist die Frage, die wirklich etwas verändert, eine andere: Was hast du eigentlich schon?

Der eigentliche Sieger

Ich war kürzlich als Moderator bei einem großen Selbstverteidigungs-Wettbewerb. Starke Kandidaten, Vollkontakt, viel Adrenalin, und die ganze Zeit die Frage: Wer gewinnt? Für mich hat an diesen Tagen ein ganz anderer gewonnen, den kaum jemand beachtet hat. Max, der Kameramann. Max hat seit einem Unfall nur noch einen Arm. Er hat das gesamte Set koordiniert, permanent gefilmt, immer ein Lachen und einen Witz parat – und das alles, während er die Kamera auf seiner Schulter balancierte, weil die zweite Hand fehlt.

„Ich würde es nicht ändern“

Als ich Max fragte, was ihm denn fehle, hat er einfach gelacht. Er sagte, er wünschte, jeder Mensch hätte nur einen Arm – weil es ihm die Augen geöffnet hat, wie viel möglich ist und wie schön das Leben sein kann. Und dann kam der Satz, der mich wirklich verblüfft hat: Wenn er die Zeit zurückdrehen und den Unfall verhindern könnte, würde er es nicht tun. Er hat so viel weniger – und gleichzeitig so viel mehr.

Hattest du nicht schon alles?

Vor Kurzem erzählte ich einem alten Freund von einigen Fehlern meiner Vergangenheit und sagte: Ich dachte, ich könnte alles haben. Er stoppte mich mit einer einzigen Frage: „Hattest du denn nicht schon alles?“ Und plötzlich war ich sprachlos. Stimmt. Ich hatte längst alles. Nur: alles zu haben und sich dessen bewusst zu sein, sind zwei völlig verschiedene Dinge. Genau in diesem Bewusstsein liegt die Fülle.

Wir leben in der besten Zeit, die es je gab

Das ist keine Esoterik, sondern belegbar. 1990 lebten noch rund 38 % der Weltbevölkerung in extremer Armut. Heute sind es unter 10 % – über 1,5 Milliarden Menschen sind der extremen Armut entkommen (Quellen: World Bank, Our World in Data). Beides ist gleichzeitig wahr: Es gibt reale Probleme – und trotzdem war die Welt in vieler Hinsicht nie besser. Das eine schließt das andere nicht aus.

Der Impuls der Woche

Frag dich diese Woche nicht, was dir fehlt. Frag dich, was du hast. Schreib drei Dinge auf, die so selbstverständlich sind, dass du sie längst übersiehst. Das ist keine nette Übung – es ist die Grundlage jeder inneren Stärke. Wer erst dann dankbar ist, wenn das Ergebnis stimmt, hat verloren, bevor er angefangen hat. Wie du diese Stärke gezielt aufbaust, liest du in Mut ist ein Muskel.

Übrigens: Genau um innere Stärke und darum, sich im eigenen Leben wieder wohler zu fühlen, geht es in meinem neuen Buch Die Kraft der Löwin – ab sofort vorbestellbar.

Wissen allein verändert nichts

Du hast das gelesen und vielleicht genickt. Aber Hand aufs Herz – bis morgen ist das meiste wieder weg. Veränderung entsteht nicht durch einen guten Text, sondern durch Wiederholung. Deshalb bekommst du von mir jeden Sonntag einen Brief: eine echte Geschichte, eine klare Lektion, ein Impuls zum sofort Umsetzen. Kostenlos – und ich beantworte jede Antwort selbst.

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